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Luftaufnahme von Wellen
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Sonnencreme; Schutz und Schaden in einer Flasche...

  • Autorenbild: The Diving Biologist
    The Diving Biologist
  • 20. Aug. 2022
  • 3 Min. Lesezeit

Sonnenschutz ist richtig und wichtig. Am Strand zu liegen und sich nicht vor den UV-Strahlen zu schützen ist keine gute Idee. UV-Strahlen können Hautkrebs verursachen und lassen unsere Haut schneller altern. Beides Dinge, die man nicht unbedingt will. Also Sonnenschutz muss drauf. Blöd ist nur, dass sich dieser im Wasser auch wieder abwäscht. Selbst eine wasserfeste Sonnencreme, darf sich wasserfest nennen, solange nach 2x20min im Wasser 50% der Creme im Wasser gelandet sind.

Für uns Menschen ist das erstmal kein Problem. Es wird einfach regelmäßig weiter eingecremt und wir sind geschützt. Dem Meer geht es damit ganz anders.

Damit Sonnencreme schützt, müssen UV-Filter in der Creme vorhanden sein. Dabei unterscheidet man zwischen chemischen und physikalischen, beziehungsweise mineralischen Filtern.

Zu den chemischen Filtern gehören unter anderem Oxybenzon, Octinoxat und Octocrylen. Sie ziehen in die Haut ein und wandeln die schädliche Strahlung in ungefährliche Energie in Form von Wärme, also Infrarot, um. So ungefährlich ist das aber gar nicht. Studien haben gezeigt, dass Oxybenzon Krebserregend ist, vor allem unter Sonneneinstrahlung, was natürlich selten dämlich ist. Dieser Stoff ist auch mittlerweile weitgehenst verboten und ist nicht mehr in vielen Sonnencremes zu finden. Octinoxat wird auch von der Haut aufgenommen und soll eine östrogene Wirkung haben, bringt also den Hormonhaushalt durcheinander. Zu Octocrylen fehlen noch weitere Studien, doch es ist auch bedenklich, dass dieser Stoff frei von schäden ist.

Also ist Sonnencreme doch auch irgendwie doof für uns Menschen, allerdings ist die UV-Strahlung immernoch das größere Übel. Für das Meer gelten da andere Regeln.

Da die genannten Stoffe meist wasserunlöslich sind, bauen sie sich im Wasser nicht besonders gut ab. Die Sonnencreme landet also im Meer und schwimmt da erstmal umher, bis sie von Organismen aufgenommen wird.

Dabei vor allem von Muscheln und Korallen. Durch die Unlöslichkeit reichern sich die Stoffe in den Organismen an und sorgen damit zu Problemen beim Wachstum und Stoffwechsel. Korallenzellen werden von Octocrylen so sehr beeinträchtigt, dass der Stoffwechsel negativ beeinflusst wird und keine ausreichende Menge an Nährstoffen mehr aufgenommen werden können.

Auch leben Korallen in symbiose mit Algen, die ebenfalls die chemischen UV-Filter nicht vertragen und absterben. Die Korallen bleichen dadurch aus und sterben, wenn sie nicht schnell genug neue Algen erhalten.

Da Muscheln, Korallen und Kleintiere die Grundlage für viele größere Organismen bilden, gelangen so die gefährlichen Stoffe in die Nahrungskette. Schon 2013 konnte Octocrylen in der Leber von Delfinen nachgewiesen werden.

Zusätzlich zu den chemischen Stoffen kommt auch noch dazu, dass die meisten Sonnencremes Mikroplastik enthalten. Und überdessen Auswirkungen sind wir uns wohl alle bewusst.


So, sind die mineralischen Stoffe denn jetzt eine bessere Lösung? Jaein.

Für Menschen ist der physikalische Filter wohl die bessere Wahl. Es handelt sich dabei um Metalloxide (zB Titandioxid und Zinkoxid), die nicht von der Haut aufgenommen werden können und so in der Lage sind UV-Licht zu reflektieren und zu streuen. Für die Meeresbewohner ist noch nicht ganz klar, wie groß die Auswirkungen sind, Denn selbstverständlich landet auch dieser Filter im Meer. Darin sind Nanopartikel enthalten die nachweislich tötlich für Wasserflöhe sind (Studie 2012) und somit eine Nahrungsquelle gefährden.


Laut NOAA landen rund 6.000 Tonnen Sonnencreme jährlich im Meer und sorgen dort für große Schäden. Aber was tun? Sonnencreme schützt zwar uns Menschen, doch das Meer muss leiden.

Die momentan einzige gute Lösung: tragt Neopren oder Schwimmkleidung, die euch vor der Sonneneinstrahlung schützen. Damit seid ihr im grünen Bereich und das Meer trägt keine Schäden davon.

Eine wirklich umweltfreundliche Sonnencreme gibt es leider noch nicht, auch wenn wir auf einem guten Weg sind die Probleme zu erkennen und neue Lösungen zu finden.


Geht also achtsam mit euch und dem Meer um, damit es uns noch lange in seiner vollen Schönheit erhalten bleibt.


Eure Diving Biologist.

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